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Ferdinand Schmatz
sank(t) petersburg, phänomenal
  Heft 24
 
was steigt, das neigt sich,
ein es fällt, im auge sinkt
 
sie, stadt geträumt, ringt ab
sich selbst das eis, sie winkt
 
uns her und schneit davon,
was gibt sich weiss, ganz ton
 
in – weite, strom, platz, dom:
gross heisst er, was sie räumt
 
uns ein, im vorgestellten –
sein sind wir aus ihr
 
gesang, der klinkt uns ein,
begehrt ein wenig auf,
 
steht an dann, bäumend, ganz im fluss
als feste, wand des ufers bau, schau:
 
schifft frei, was eis war,
klar zur nacht – die stille
 
macht das graue blau, kreuzt es
mit weiss zur pracht der bucht,
 
das sucht uns, bauend, auf,
verkuppelt, was uns trägt
 
mit ein, es tagt im haus,
sich uns bestellend aus –
 
ist sie gemälde ihrer selbst,
blüht auf in sich –
 
im namen, wort wie bild,
gibt an sie ihren glanz
 
mild ab im lack, gesprungen
mit dem reiter, ehern, der sie war
 
im zeichen trott so hin gestellt,
prallt alles, gott los, von ihm ab –
 
wird panzer oder schuss ein – guss aus tee,
zum beutel, heute, aus getragen im gesicht,
 
federt nichts hier ab, was schritt
betucht einst oder treibend wild,
 
wird halten, beugen unter fremdem
– zeichen, schild, prospekt,
 
die tafel nichts als – bild der leute,
arme los, und aufgeweicht den mut zur wut,
 
bewegt er uns, mit eins zu sein
durch griffe, blinde, unter sie,
 
denn dort ist das, was saust,
sich lebend gibt, im brausen leer
 
wie taschen, beutelos – das heer
bloss wind, sein sturm ein klang aus glas,
 
kein singen, das aus kronen schäumt,
der masse wellen überbrückt wie einst
 
im tanz, entzückt, verpflanztes nun –
ins tier, der meute lust hier hält
 
die tatze ein geknickt, ist lücke,
nicht tür, eine kette, die spannt
 
den sumpf kopf über hals bricht sie
raus das falsche – gold, was ausmacht
 
hold zu öffnen unsrer grossen züge mund,
gelenk ins ich ein strich – wie schnee
 
nicht gehauen, gedrechselt, gegossen,
eher verflossen an büchern, genossen
 
sind sie gebucht, busen in uns,
auf gesetzt ahnen wir, gepresst,
 
dem palast, eingesiedelt als gast,
trocken zu sprechen, alles an furt
 
– das sich windet, steigt in der brust zum fall,
und, nadelnd, sticht, was bettet uns die burg
 
 
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1997 bis 2007 herausgegeben von Renatus Deckert und Birger Dölling · ISSN 1434-8306
© Lose Blätter und Autoren · Letzte Änderung: 8. Oktober 2013